Der Männer-Coach sprachlos und überglücklich: Der Segen der Kinder

von Dirk Schröder (Kommentare: 6)

Aus Saat wird Ernte

An meinem Geburtstag dieses Jahr haben mich meine Kinder entführt. Es war ein herrlicher Sonntag, schönstes Wetter und ich hatte absolut keine Ahnung, was meine zwei Söhne und meine Tochter mit mir vorhatten. Wir donnerten mit zwei Cabrios über die Felder und hatten ein wunderschönes Frühstück an der Ostsee. Anschließend ging es zu einem alten, historischen Leuchtturm an der Lübecker Bucht. Dort überreichten mir meine Kinder ein wunderbares Schwert, in dem die Namen eingraviert waren, die Gott mir gegeben hatte. Und meine Kinder segneten mich.

Es fällt mir schwer, überhaupt in Worte zu fassen, was dieser Moment in mir ausgelöst hat. Die eigenen Kinder segnen ihren Vater - das ist das kraftvollste, was mir je passiert ist. All das, was ich in unsere Kinder investiert und hineingelegt habe, kam in diesem Augenblick zu mir zurück. Und es erfüllte mich mit Stolz! Als Vater fragt man sich natürlich immer, wie sich die Kinder entwickeln werden - aber dass ich einmal so starke Kinder haben würde, das hat meine kühnsten Vorstellungen übertroffen. Ich weiß, dass Gott über diesen Moment gejubelt hat. Und auch, dass meine Kinder wiederum durch diesen Moment so reich gesegnet werden.

Der Segen ist ein Muss für eine gesunde Familie

Wenn der Segen in der Familie fließt, habe ich das Bild eines gesunden Organismus vor Augen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Gott eine genaue Vorstellung davon hat, wie eine Generation die nächste segnet und der Segen auch wieder zurück kommt. Ganz von selbst geschieht das aber nicht. Wir selbst hatten als Familie auch große Herausforderungen zu meistern. Es gab Zeiten - und da bin ich ganz ehrlich - da wollte ich selbst meinen väterlichen Segen zurückhalten. Doch Gott war ganz klar mit mir: gerade in den harten Zeiten ist der Segen eine der stärksten Waffen!
An meinem Geburtstag vor zwei Wochen habe ich ganz neu erlebt, wie mein "gesäter" Segen Jahre später als fette Ernte zurück kommt. Was für eine Verheißung!

Kann ich meinen Vater um seinen Segen bitten?

Der Vatersegen war mir vor 25 Jahren noch fremd. Ich erinnere mich genau, wie ich in der Schweiz gerade am Joggen war und Gott zu mir sagte: "Bitte deinen Vater für den väterlichen Segen". Mein Vater ist kein Christ. Und ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, wie das überhaupt funktionieren sollte. Tatsächlich war ich so verunsichert, dass ich ganze zwei Jahre damit wartete. Doch Gott war hartnäckig und forderte mich nochmals deutlich auf. Also habe ich meinem Vater einen vierseitigen Brief geschrieben. Ich habe ihm gedankt, ihn geehrt und ihm für die Sachen vergeben, die nicht so gut liefen. Ich berichtete ihm aus dem Alten Testament, in dem die Männer alles gegeben haben, um den Segen des Vaters zu bekommen. Und ich bat ihn um seinen.

Mein Vater willigte ein. Wir trafen uns und verbrachten gemeinsam eine schöne und intensive Zeit. Ich weiß das noch wie heute: mein Vater hatte einen pinken Zettel dabei, auf dem er sich gute Wünsche für mich aufgeschrieben hatte. Als er diese Wünsche vorlas, habe ich ihn gebeten, mir die Hand aufzulegen und diese Wünsche über mich auszubeten. Und er hat es getan! Wenn ich darüber nachdenke, dann bleibt mir die Spucke weg. Mein Vater, der mit dem Glauben nichts anfangen konnte, segnet seinen Sohn! Dieser Moment hat so viel freigesetzt in mir und hat zum ersten Mal einen kleinen Vorgeschmack auf diesen ungeheuer großen Schatz gegeben, der in diesem Segen liegt.

Das Herzstück des Segens: Meine Kinder in ihrer Identität stärken

Diesen Segen, den ich von meinem Vater erhalten habe, habe ich an meine Söhne und an meine Tochter weitergegeben. Da draußen an dem Leuchtturm, an dem mir meine Kinder auch das Schwert überreicht haben. Und das schönste daran war: mein Vater war auch mit dabei!
Meine Kinder in ihrer Identität zu bestätigen, das ist das mächtige Herzstück dieses Segens. Doch je mehr ich verstehe, was dieser Segen in Menschen freisetzt, was er mit Familien macht und wie reich seine Früchte sind, desto mehr habe ich das Gefühl, dass dieser Segen doch ein großes Geheimnis Gottes bleibt. Aber eins ist mir klar: es lohnt sich so sehr, ihm nachzujagen!

Wie setze ich den Segen in meiner Familie frei?

Ich ermutige dich, auf Schatzsuche zu gehen! Dieser Segen ist so kostbar, das lässt sich gar nicht zur Fülle beschreiben. Was kann dir dabei helfen? Wichtig ist definitiv eine Standortbestimmung: Wie ist denn deine Beziehung zum Vater? Und wie ist sie zu deinen Kindern? Fließt da Segen, oder gibt es Störfaktoren? Das herauszufinden, ist enorm wichtig. Wer das Ziel nicht kennt, kann den Weg dahin nicht finden. Manchmal stellt sich heraus, dass kein Bewusstsein für diesen Segen da ist (so, wie es bei mir der Fall war). Manchmal ist es Zerbruch und Verletzung, die den Segensfluss unterbricht. Übernimm die Verantwortung! Gehe ins Gespräch! Wenn es Vergebung und Versöhnung braucht, dann tue alles dafür, dass das eintritt.

Es kommt auch vor, dass man selbst daran gehindert wird, seinen Segen zu geben. Zum Beispiel, wenn die Beziehung zu den eigenen Kindern sehr schwierig ist und strapaziert wird. Stelle dir hier die Frage: Habe ich die Sicht Gottes auf meine Kinder? Die göttliche Perspektive setzt unheimlich viel frei!

Für mich ist es das größte Zeugnis zu sehen, was geschieht, wenn die ganze Familie diesen Segen entdeckt und diesen Schatz gemeinsam birgt. Mit jedem neuen Schritt fließt er mehr und spürbarer! Sowohl bei meinem Vater, als auch bei meinen Kindern musste ich immer wieder über meinen Schatten springen und mich auf Gottes gute Pläne für die Generationen einlassen. Er hat mir hier ganz klar gezeigt, wie eine Familie zusammenwächst und wie prächtig sich jeder einzelne darin entwickelt, wenn der Segen fließt!

Ich wünsche dir von Herzen, dass auch du diesen riesigen Schatz bergen kannst und viele Generationen die guten Früchte ernten dürfen.

Herzlich Dein
Dirk

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Kommentar von Peter |

Lieber Dirk,
danke für diesen Text. Du hattest bereits in deinem Buch über den väterlichen Segen geschrieben. Letztes Jahr ist meine Frau an Krebs erkrankt und vor 2 Monaten ist Sie heimgegangen. Am Sterbebett musste ich an den elterlichen Segen denken von dem du in deinem Buch geschrieben hast, ich habe die Hand meiner Frau genommen und sie auf die Hand unseres 15 jährigen Sohnes gelegt. In ihrem Sinne habe ich unseren Sohn gesegnet, kurz darauf hat sie aufgehört zu atmen. Ich bin so dankbar dass wir das noch erleben durften, gemeinsam als Eltern unseren Sohn zu segnen. Heute mache ich mir etwas Sorgen um ihn weil er nicht unbedingt den Weg geht den ich mir für ihn wünsche, trotzdem war es eine sehr prägende Erfahrung für ihn. Ich hoffe dass dieser Segen sein Herz erreicht und irgendwann wieder zurückkommt. Danke für diesen wertvollen Beitrag.
Liebe Grüße
Peter

Kommentar von Fritz |

Hey,
ich habe auch begonnen, meine Kinder zu segnen.
Allein die Vorbereitung ist ein Erlebnis besonderer Art und geht mir ganz tief ins Herz.
Deine Idee, Dirk, hat dies bei mir ausgelöst und ich freue mich noch für die nächsten Monate und (wenigen) Jahre, bis ich alle 3 Kinder "durch" habe. Ich nehme mir für jedes Kind einen ganzen Tag Zeit und überlege lange, was wir Schönes an diesem Tag machen könnten.
Unsere älteste Tochter hat dieses Jahr einen sehr schönen Ring bekommen. Als nächstes kommt unser Sohn Jonathan. Habe also ein Schwert bestellt und muss nun warten, daß es geliefert wird. Das dauert, da die Teile oft erst in Auftrag geschmiedet werden. Ist alles ganz schön spannend für mich und gleichzeitig sehr inspirierend und beglückend.
Ich kann das nur empfehlen: "Segnet Eure Kinder!" - "Segne Deine Kinder!"

Fritz Meyer, Lübeck

Kommentar von Jürgen |

"Wer das Ziel nicht kennt, kann den Weg dahin nicht finden." -- Dieser wunderbare Satz aus der insgesamt sehr lesenswerten Gesamtbetrachtung ist mir besonders wichtig. Er braucht einen anderen "einfachen Satz" zum Begleiten, nämlich "Wer seinen Standort nicht kennt, kann nicht aufs Ziel zu navigieren."
(Dies schreibe ich als Inhaber des Steuermann-Patentes A5, erworben an der Seefahrtsschule Bremerhaven nach viersemestrigem Lehrgang 1967).

Kommentar von Christian |

Hallo, ich versuche, meine 3 Jungs jeden Abend nach dem Abendgebet und Rückschau auf den Tag mit dem Kreuzzeichen auf die Stirn zu segnen. Selbst mein Großer in der Pubertät fordert dies noch ein! @ Peter: Danke für Deinen Beitrag, viel Kraft, ich bete für Euch! Christian

Kommentar von Manuela |

Hallo Dirk,
danke für Dein ermutigendes Zeugnis. Ich will Dir hier auch gerne meine Geschichte erzählen. Als ich 11 Jahre alt war, ließen sich meine Eltern scheiden und ich blieb bei meiner Mutter. Ich war ein Vaterkind, aber ich sah ihn danach 17 Jahre und dann später noch einmal 8 Jahre nicht. Da Gott mir eine Agape-Liebe für meinen Vater gegeben hatte, liebte ich ihn immer so wie er ist. Als ich 2010 heiraten wollte, hatte ich den Eindruck, daß mein Vater uns segnen sollte. Wir reisten also 360 km dorthin und es war ein sehr bewegender Augenblick als wir vor ihm niederknieten, mein Mann um meine Hand anhielt und mein Vater (damals ungläubig) uns seine Hände zum Segen auflegte. Jetzt 2018 habe ich ihn aus 360 km zu uns in ein Seniorenheim geholt, er hat Jesus sein Leben gegeben und wurde total verändert. Wir erleben jetzt eine sehr intensive Zeit miteinander, voller Liebe, Freude und Frieden. Alles wird erstattet, was für ein Geschenk.

Kommentar von Matthias |

Moin Dirk, 

herzlichen Glückwunsch zu solchen Kindern aber natürlich auch nachträglich zum Geburtstag und zum eigenen Schwert! 

Willkommen im Club der Schwertträger!

Gerd und ich sind letzte Woche mit unseren Schwertern auf dem Männercamp in Bad Kissingen gewesen und wurden dort wieder fett gesegnet.

Diese, unsere Reise begann mit deinem Buch, einem Männertag mit dir in Tostedt 2016 und einer Gefährtengruppe mit zwei Schwertträgern.

Dirk, behalte und erhalte dir den Mut und die Liebe für deine Arbeit.

Lass dich immer wieder neu inspirieren und ermutigen von unserem himmlischen Papa.

Vergiss nicht aufzutanken .

Wer viel gibt muss regelmäßig nachladen. 

Liebe Grüße und