Warum verlieren so viele Männer ihre Leidenschaft?

von Dirk Schröder (Kommentare: 3)

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Ich habe in den letzten Jahren wahnsinnig viele Männer kennen gelernt, die ihre Leidenschaft verloren haben. Für sie sah die Welt nur noch grau aus. Sie standen jeden morgen früh auf und fuhren in ihren Nine to Five Job, der sie schon seit Jahren nicht mehr erfüllt hat. Alles nur Routine, sie lebten einfach vor sich hin, wie in einem Hamsterrad.

Gleichzeitig merke ich immer deutlicher, wie sehr sich Männer gegen dieses Leben wehren. Viele machen sich auf den Weg, ihrer Leidenschaft wieder auf den Grund zu gehen. "Ich spüre, da gibt es mehr", höre ich immer wieder. "Dirk, wie finde ich heraus, wofür ich hier bin?".

Wer sich nicht hinterfragt, kommt nicht voran

Es begeistert mich nichts mehr, als wenn Männer in ihre Berufung finden und ihre Leidenschaft entdecken. Umso schlimmer ist es, wenn ich sehe, wie viele Männer in sinnlosem Treiben herumdümpeln. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir alle eine Berufung haben. Gott hat in jedes Herz einen wichtigen Gedanken gepflanzt. Und ich bin froh, dass sich wieder mehr Männer nach diesem Gedanken ausstrecken. Weil ganz ehrlich: viel zu viele sind so in ihrer Routine gefangen, dass sie ihren Status Quo überhaupt nicht hinterfragen.

In uns schlummern Gedanken und Leidenschaften, Träume und Sehnsüchte. Und die schlummern da aus einem guten Grund. Gott hat uns alle Ressourcen gegeben, unsere Berufung zu erkunden und auszuleben. Wer sich wagt, dieser inneren Stimme zu folgen, riskiert viel: seine Sicherheit, seine Komfortzone, seinen Standard. Doch ich habe immer wieder gesehen, was passiert, wenn Männer diesen Schritt gehen. Aus grauen Gestalten wurden farbige Menschen, die in ihrem Element leben.

Wo deine Leidenschaft liegt, liegt auch deine Berufung

Oft ist das Finden der eigenen Berufung leichter, als wir es für möglich halten. Ich liebe das Zitat von Bill Gates, der einmal gesagt hat: "Wenn wir das machen, was wir gerne machen, werden wir es gut tun und darin erfolgreich werden." So einfach kann das gehen!

Stell dir einmal die Frage: Was machst du so richtig gerne? Was lässt dein Herz höher schlagen? Wofür hast du Leidenschaft? In was investierst du dich am liebsten? Bei welchen Dingen gehst du die Extrameile? Bei der Suche nach deiner Berufung sind diese Fragen deine ersten Wegweiser. Gott hat uns Talente und Leidenschaft ins Herz gelegt, damit wir diesen nachgehen können.

Stopf den Zweifeln das Maul!

Dieser inneren Stimme nachzugehen, das ist etwas, was sich die wenigsten Männer leisten. In meinen Coachings fordere ich mein Gegenüber immer heraus, dem Gedanken einmal konsequent zu folgen. Wieder zu träumen. Die erste Frage, was denn der ursprüngliche Wunsch sei, können die meisten noch beantworten. Dann kommt der Widerstand: "Ja, aber das geht doch nicht, damit kann ich kein Geld verdienen, das würde mein Umfeld nicht zulassen...". So schnell versetzen sich Männer in die Opferrolle - alles tun, außer Verantwortung für die eigenen Leidenschaften übernehmen.

Dabei bist du kein Opfer - du bist Gestalter! Das darf auch nach und nach Einzug finden, keiner erwartet von dir, dass du von jetzt auf nachher dein komplettes Leben umkrempelst. Aber lass doch mal ein wenig Farbe in dein Alltagsgrau! Und ich kenne diese Stimme im Hinterkopf, die sofort Veto einlegt, wenn du im Begriff bist, deinen Leidenschaften zu folgen. Aber dann stopf dieser Stimme doch einfach mal das Maul!

Wenn du dich nie wagst, deine Berufung zu leben, wirst du niemals wissen, was für ein Potenzial du gegen die Wand fährst.

Einer meiner Männer, die ich begleitet habe, war in der Forschung tätig. Nach einigen Jahren wurde er für eine andere Aufgabe abgeworben. Das Unternehmen wuchs, schließlich musste er eine Management-Position übernehmen, hatte 150 Mitarbeiter unter sich. Ein schöner Erfolg, oder? Das könnte man meinen. Doch dieser Mann ging jeden Tag mit geknicktem Haupt an der Forschungsabteilung vorbei. Er wurde aus seinem Element gerissen und sehnte sich danach zurück. Erst, als er seine Position aufgab und zurück zur Forschung ging, konnte er wieder richtig aufatmen.

Träume erfüllen sich nur dann, wenn sie überhaupt geträumt werden

Wenn ich auf mein Leben schaue, sehe ich, wie krass sich meine Träume erfüllt haben. Nicht nur das, sie wurden überstiegen. Der Punkt, an dem ich mich getraut habe, meinem inneren Kompass zu folgen, war zwar schwer zu überwinden, aber es hat sich so gelohnt. Und was für eine Freiheit darin liegt, zu wissen, wozu man hier ist und das jeden Tag ausleben kann!

Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem Mann, den ich gecoacht habe. Ich habe ihm ein paar provozierende Fragen gestellt und Stück für Stück kam zutage, wofür dieser Mann eigentlich brennt. Da meinte er plötzlich: "Dirk, das berührt mich so zutiefst. Ich fühle mich wie eine Geige beim Geigenbauer, die zum ersten Mal gespielt wird. Alles in mir resoniert!" Das sind Momente, in denen ich merke: Ja! Da ist jemand auf dem Weg, seiner Leidenschaft zu folgen und seine Berufung zu finden!

5 Fragen die dir helfen, deine Leidenschaft wieder zu entdecken

Ich möchte dir heute ein paar Fragen mit auf den Weg geben, die dir helfen sollen, deiner Leidenschaft wieder auf den Grund zu gehen.

1. Wo stehst du gerade in deiner großen Geschichte? Was nimmst du wahr, wenn du dein Leben von außen anschaust?

2. Was macht dich lebendig? Was gibt dir Kraft? Was hat dich auch früher immer begeistert? Gib diesen Gedanken ein wenig Freiraum, erlaube dir, zu träumen, um diese Fragen zu beantworten. Zensiere dich dabei nicht!

3. Wo entwickelst du dich gerade? Siehst du Stillstand? Was machen Körper, Geist, Seele, deine Beziehungen? Wie fällt diese Bestandsaufnahme aus?

4. Bist du bereit, ein Risiko einzugehen für deine Berufung?

5. Gibt es was Größeres? Bist du das Ende aller Weisheit? Gibt es etwas über dir?


Ich bin gespannt zu hören, was diese Fragen (und vor allem die Antworten darauf) mit dir machen. Sei mutig, brich aus dem Grau aus und erlaube es dir, deine Träume wieder auf den Plan zu rufen! Und das wichtigste: du bist nicht allein! (diese immense Entwicklung kannst du auch gar nicht alleine schaffen). Suche dir einen Coach! Du brauchst gute Begleitung und viel Überzeugung, sonst rutschst du schneller zurück in deine Komfortzone, als dir lieb ist.

Hole dir Unterstützung und Leute, die dich hinterfragen und ermutigen. Ohne Mentor geht das nicht - das merke ich selbst ganz deutlich in meinem Leben.

Ich wünsche dir, dass du zurück zu deiner Leidenschaft findest!

Herzlich Dein
Dirk

 

 

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Kommentar von Michael |

Hallo Dirk,

klasse Email...Ich bin selbst Männercoach und noch etwas jünger als du.
Du hast Recht zu 150 PROZENT. Die Frage nach der Berufung....

Nach dem Warum bin ich hier ist von zentraler Bedeutung..

Liebe Grüße Michael

Kommentar von Melanie |

Großartiger Beitrag
Go, men, go for you!
Wir Frauen brauchen euch! Ich bin so froh, dass Dirk als Männercoach da ist und diese Arbeit tut. Es ist so, so wichtig!
Und für die Frauen dieser Männer (falls hier eine liest): Ich habe meinen Mann letzten Sommer zwei Monate auf Motorrad-Tour nach Afrika fahren lassen. Es war sein Traum, wir haben uns 1,5 Jahre darauf vorbereitet und kurz vorher - glaubt mir! - bin ich vor Angst tausend Tode gestorben! Nicht nur meinetwegen, sondern auch wegen unserer beiden sieben Jahre alten Töchter.
Ich hatte die Wahl: Entweder stirbt mein Geliebter bei der Verwirklichung seines Lebenstraums oder als verbitterter alter Greis, der seinem nicht gelebten Traum nachweint, an meiner Seite. Das Schicksal meinte es gut mit mir: So Gott will werde ich mich in ein paar Jahren mit einem alten, aber glücklichen Greis an meiner Seite über die Verwirklichung unserer Lebensträume freuen!
Liebe ist, den anderen werden und sein zu lassen, was er wirklich sein kann!
Alles Liebe für euch und habt den Mut, für euch zu gehen und zu werden, wer ihr wirklich sein könnt!
Melanie Kaltenbach

Kommentar von ernst beck |

in meinem alter zählen nicht immer nur ziele, die zu erreichen sind. ja, ich habe manche Vision verwirklicht - oft meine frau gefragt - willst du das wirklich gemeinsam mit mir?
heute zählen für mich (so sehe ich mich von außen) ganz große Dankbarkeit für das Erreichte - vielleicht ist "das Erhalten erreichtes" auch ein ziel! was mir dabei immer geblieben ist: Neugier - gerne Neues ausprobieren,. Jedoch will ich nichts mehr tun, wobei ich mich verbiegen muss - wegen den anderen.
Zu Freundschaften habe ich eine besondere Einstellung - es gibt für mich nur sehr ausgewählte Menschen - die in Zeitabschnitten diese Bezeichnung verdienen.
Inzwischen bin ich fast 70 Jahre alt, arbeite eigentlich nicht mehr, sondern meine Arbeit ist mein Hobby, es macht mir jeden Tag Spaß, kann Menschen in ihren Befindlichkeitsstörungen helfen (mache sensomotorische Fußeinlagen) und bekomme noch gutes Geld dafür. so darf es noch einige Jahre weitergehen.
Eine neue Erfahrung ist gerade, mich im eigenen Geschäft zu reduzieren. Genügend Freizeit zu haben - mit meiner Frau das Erreichte zu schätzen, zu genießen und Gott
dafür danken, dass alles so ist, wie es ist.

Ernst Beck