Unsichtbares wird sichtbar

von Dirk Schröder (Kommentare: 2)

Ich bin richtig genervt. Und es macht mich betroffen, dass es in meinem Umfeld immer mehr Ehepaare gibt, die sich trennen. Denn ich bin überzeugt, soweit muss es nicht kommen.

Wo Du bist, da bin ich Zuhause

Vor ein paar Wochen saß ich ziemlich müde im Zug und fuhr von einem Seminar, das ich gehalten hatte, zurück nach Hause. Ich sehnte mich nach meiner Frau und schrieb ihr die folgende SMS: „Ich liebe deine Stimme, dein Lächeln und die Freude in deinen Augen. Es ist so schön, zu dir nach Hause zu kommen. Wo du bist, ist mein Zuhause. Wo du bist, ist meine Heimat – egal, in welchem Land das ist.“

Was mich echt nervt

Mich nervt, dass wir immer mehr Paare kennen lernen, denen ihre Ehe um die Ohren fliegt. Voll Überraschung, Ernüchterung und auch Entsetzten stellen sie fest: "Wir haben es aus eigener Kraft nicht geschafft." Warum kommen diese Paare erst dann zu uns, wenn es meist schon viel zu spät ist? Warum denken so viele junge Paare, dass sie das schon alleine hin kriegen? Mal einen Rat von erfolgreichen älteren Pärchen, das brauchen wir nicht. Das wird schon, so scheinen sie zu denken.


Wie eine neue Perspektive Erstaunliches zutage bringt

Dieses Bild hängt seit einigen Wochen in unserem Wohnzimmer. Wir haben dieses Bild u.a. ausgesucht, weil es für uns eine schöne Symbolik unserer Ehe ist. Jetzt fragte mich meine Frau Kirstin: „Wie viele Pferde siehst du auf dem Bild?“ Ich hatte mir das Bild schon oft angeschaut, zwei Pferde gesehen und deswegen hatten wir uns ja auch für dieses entschieden. Daher war ich etwas verwundert und sagte überzeugt: „Na, zwei Pferde natürlich.“ Meine Frau fragte nach: „Bist du dir sicher?“ Na, um die Prozedur hier etwas abzukürzen, gab sie mir dann den Hinweis: „Schau mal auf die Beine der Pferde!“

Ich sehe was, was Du (noch) nicht siehst

Da fiel es mir sprichwörtlich `wie Schuppen von den Augen´: Es sind drei Pferde auf dem Bild zu sehen! Etwas, was ich lange Zeit sehe, ist anders, als ich denke. Wie genial ist das denn?! Wenn Gott in Deiner Ehe mitten drin ist, dann hast Du etwas total Wesentliches: Das Herzstück des Ganzen.


Mir gefällt das schöne Bild von einem gemauerten Rundbogen. Dieser Rundbogen wird von der linken und von der rechten Seite gemauert und braucht wegen seines großen Gewichts eine gute, tragende Unterkonstruktion, sonst könnte dieser Bogen das eigene Gewicht niemals halten.

(c) Shutterstock.com/Anatoli Styf

Belastung oder Entlastung – wer trägt die Last?

Erst der entscheidende Mittelstein, der ganz zum Schluss genau mittig in den Bogen eingesetzt wird, hält den gesamten Rundbogen. Erst jetzt kann die tragende Unterkonstruktion entfernt werden. Für uns steht dieser tragende und alles entlastende Schlußstein ganz klar für Gott. Wir brauchen unsere eigene ziemlich schwere Seite des Rundbogens nicht aus eigener Kraft zu tragen, denn wir sind getragen - Gott sei Dank.

Wir sind entlastet, um die Schönheit SEINER Konstruktion zu leben und an unsere Kinder weiterzugeben.

Ich sehe Dich.

In dem Film „Avatar“, dem erfolgreichsten Kinofilm überhaupt, ist der größte Liebesschwur, den die beiden Hauptdarsteller sich entgegenbringen, in der Aussage „Ich sehe Dich“ verborgen. Diese tiefe Aussage, das Gegenüber im Tiefsten zu erfassen, wahrzunehmen und zu lieben, ist die größte Form der Wertschätzung, die sich die beiden in ihrer Beziehung entgegenbringen können.

Hand aufs Herz: Wie erlebst Du Deine Ehe?

Wie wäre es, wenn Du versuchst, Deinen Partner wirklich zu sehen? Kennst Du die tiefsten Sehnsüchte und Wünsche Deines Partners – ist er oder sie wirklich glücklich? Lebt ihr die Beziehung miteinander, von der ihr als junge Menschen geträumt habt? Könnt ihr einander noch wirklich zuhören?

Der Tanz

Unser Pferdebild hat den Titel: The Dance - Der Tanz. Als Ehemann vergleiche ich die Ehe manchmal mit einem Tanz. Mal schnell, mal langsam, mal tritt man sich auf die Füße. Doch es geht weiter. Bei einem Tanz hört man nicht zwischendrin auf, er geht solange die Musik spielt. Wo und wie könnten kleine Kurskorrekturen angebracht werden, um den wunderschönen Tanz miteinander zu vollenden?
Es gibt sehr viel Hoffnung.

Euer Dirk

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Kommentar von Joachim Holst |

Hallo Dirk,

herzlichen Dank für diesen kurzen Beitrag. Ich stehe kurz vor dem Start in die Ehe und erlebe viel Freude, Liebe aber auch Herausforderungen, Kampf und Nörgeleien. Danke für die guten Worte. Bete und hoffe das unsere Ehe gut wird und will Gott vertrauen, dass es die richtige Entscheidung war diesen Weg zu gehen. 

LG Joachim
P..S. Vermiss irgendwie das Segeln.

Kommentar von Frederik |

Lieber Dirk,

in deinem letzten Newsletter hast du u.a. geschrieben:

"Mir gefällt das schöne Bild von einem gemauerten Rundbogen. Dieser Rundbogen wird von der linken und von der rechten Seite gemauert und braucht wegen seines großen Gewichts eine gute, tragende Unterkonstruktion, sonst könnte dieser Bogen das eigene Gewicht niemals halten.
Belastung oder Entlastung – wer trägt die Last? Erst der entscheidende Mittelstein, der ganz zum Schluss genau mittig in den Bogen eingesetzt wird, hält den gesamten Rundbogen. Erst jetzt kann die tragende Unterkonstruktion entfernt werden. Für uns steht dieser tragende und alles entlastende Schlußstein ganz klar für Gott. Wir brauchen unsere eigene ziemlich schwere Seite des Rundbogens nicht aus eigener Kraft zu tragen, denn wir sind getragen - Gott sei Dank."

Ich finde das auch ein starkes Bild mit dem Rundbogen!

Man(n) könnte auch sagen, dass Gott der Mörtel ist, der die Steine zueinander verbindet und das ganze fixiert. Erst dadurch wird der Rundbogen möglich, dass beide Seiten sich zueinander verbinden - ohne Mörtel würde nichts halten. Dann werden Mann und Frau zu einer Einheit. Ansonsten kann jeder nur Stein auf Stein nach oben bauen - langweilig:-)

Danke für die Impulse und viele Grüße!

Frederik